Wie ich in der Selbsterfahrung arbeite
Selbsterfahrung heißt, sich selbst nicht nur zu verstehen, sondern zu erleben. Hier erfährst du genauer, mit welchen Ansätzen ich arbeite und welche Rolle die Gruppe dabei spielt.
Warum erleben statt nur nachdenken?
Viele innere Vorgänge lassen sich nicht allein durch Nachdenken erfassen. Prägungen aus frühen Beziehungen, unbewusste Schutzmechanismen oder alte Verletzungen zeigen sich oft erst im Kontakt mit anderen, im Körper oder in bestimmten Situationen. Im Spiel werden sie sichtbar. Es geht nicht darum, etwas „über sich zu lernen“, sondern sich selbst bewusst zu erfahren: Wie reagiere ich? Was bewegt mich wirklich? Wo handle ich aus alten Mustern und wo aus freier Entscheidung?
Der geschützte Rahmen erlaubt, das eigene Selbst wahrzunehmen, ohne es gleich verändern oder bewerten zu müssen. Oft entsteht genau daraus Wachstum.
Anteilsarbeit

Jeder Mensch trägt viele Stimmen in sich: eine, die mutig ist, eine, die vorsichtig ist, eine, die es allen recht machen will. Diese inneren Anteile sind in der bisherigen Lebenserfahrung gewachsen. In der Anteilsarbeit werden sie nach außen geholt. Andere aus der Gruppe verkörpern sie und stellen sie im Raum auf. Jetzt sieht man: Welcher Anteil steht ganz vorne? Welcher wird an den Rand gedrängt? Wer redet laut, wer kommt kaum zu Wort?
Die Anteile können sich im Raum bewegen, einander näherkommen oder Abstand nehmen und miteinander in Beziehung treten. Dabei können Stimmen, die nicht mehr hilfreich sind, ein Update bekommen, und neue Anteile dürfen dazukommen. Wenn sich die Beziehungen zwischen den Anteilen verändern, lösen sich oft auch festgefahrene Muster, und es entsteht mehr Handlungsfreiheit.
Das gilt übrigens nicht nur im Inneren. Wer gelernt hat, widersprüchliche Stimmen in sich selbst zuzulassen, kann auch in der Gesellschaft verschiedene Sichtweisen leichter aushalten.
Biografiearbeit
In der Biografiearbeit steht die eigene Lebensgeschichte im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erforschen ihr Leben, schauen zurück und entdecken dabei Kräfte für die Gegenwart und die Zukunft. Dafür gibt es verschiedene Wege: Lebenswege werden gemalt oder im Raum ausgelegt, wichtige Meilensteine aufgespürt und besondere Momente nachgespielt. So kommt man sich selbst ein Stück näher.

Bedürfnisarbeit
Glücklichsein hängt stark damit zusammen, ob unsere Bedürfnisse erfüllt sind. Und Bedürfnisse sind verschieden. Oft richten wir uns nach anderen und verlieren dabei aus dem Blick, was wir selbst brauchen. In der Bedürfnisarbeit geht es um die Fragen: Was ist mir wichtig? Wie will ich leben? Die Teilnehmenden lernen, ihre Bedürfnisse zu erkennen, auszudrücken und anderen mitzuteilen.
Die Gruppe als Resonanzraum
Ein großer Teil von Selbsterfahrung geschieht im Kontakt mit anderen. Die Gruppe wirkt wie ein Resonanzraum: Was ich zeige, klingt bei den anderen an, und ich bekomme etwas zurück. Dabei werden Beziehungsmuster sichtbar: Nähe und Distanz, Vertrauen, Konflikt, Abgrenzung.
Gleichzeitig entsteht durch die Gruppe und den geschützten Rahmen oft ein Gefühl von Getragen-Sein. Ich bin nicht allein mit dem, was ich erlebe. Andere kennen ähnliche innere Bewegungen.
In der Gruppe oder einzeln
In der Gruppe trägt der gemeinsame Resonanzraum. Im Einzelsetting gibt es mehr Zeit für die eigene Geschichte, und wöchentliche Termine über einen längeren Zeitraum machen eine tiefere Entwicklung möglich. Was besser passt, finden wir in einem ersten Gespräch heraus.
Du möchtest Selbsterfahrung für dich oder deine Gruppe? Schreib mir gerne.
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